Blue Ice Warthog Kletterrucksack im Test

| 28. Oktober 2011 | Keine Kommentare

Blue Ice Warthog

Diesen Sommer hatte ich die Gelegenheit, den Warthog von Blue Ice zu testen. Im Folgenden mein Urteil .

Kaum zu ignorieren, ist die wirklich abgefahrene Farbe. Giftgrün trifft es wohl am besten. Damit zieht man sicherlich den einen oder anderen Blick auf sich. Nicht, dass ich darauf Wert legen würde.

Erster Eindruck

Beginnend mit ein paar Eckdaten: Mit 26 l ist der Warthog von Blue Ice mein bisher kleinster Rucksack. Früher war ich auf Tagestouren immer mit meinem Deuter Guide Lite mit 32 l unterwegs aber in Zukunft werde ich beim Warthog bleiben: Es passt wirklich alles rein was man so brauchen kann und sogar noch ein bisschen Proviant mehr als ich an einem Tag esse und das will was heißen.

Auf den ersten Blick wirkt der Warthog geradezu minimalistisch. Keine Schnalle oder Schlaufe zu viel. Aber es lohnt sich nochmal genauer hinzuschauen. Alles was man an einem gut ausgestatteten Rucksack erwartet, ist hier an Bord.

Durchdachte Features

Wirklich cool finde ich den in die Haube integrierten Helmspanner  So baumelt der Helm nicht irgendwo hinten rum und nervt einen beim Zustieg sondern sitzt fest oben auf.
Super ist auch die Möglichkeit, ein Seil in einem der Riemen unter der Haube zu fixieren. Leider ist es dann nicht mehr möglich den Helmspanner zu benutzen.

In der Haube selbst sind 3 Fächer integriert in die man Schlüssel, Geld, Regenhaube für den Rucksack etc. verstauen kann. Zwei der Fächer sind von außen zugänglich, während  das dritte nur bei geöffneter Haube genutzt werden kann. Eines der Fächer kann man durchaus als geräumig bezeichnen.

Auch ist der Warthog mit 2 Vorrichtungen ausgestattet mit denen man Eispickel oder Stöcke außen befestigen kann.

Das Material des Rucksacks selbst ist Codura und der Boden scheint mehrfach verstärkt zu sein, so dass alles extrem unkaputtbar wirkt. Apropos unkaputtbar, ich habe es auch nach einem Sommer intensiver Nutzung nicht geschafft, auch nur einen kleinen Flecken auf die Außenhülle zu bekommen obwohl ich das Ding mehrmals in feuchter Umgebung getragen und auf den Boden gelegt habe.

Das Innere des Warthog besticht durch gähnende Leere. Nichts wo man beim Packen oder Auspacken hängen bleiben kann. Schön ist allerdings ein Fach für den Beutel eines Trinksystems direkt an der Rückenseite. Ich habe allerdings nur einen Schlauch den man mit Gewinde auf eine handelsübliche PET-Flasche schrauben kann.  Aber selbst zwei 0,7 l Flaschen passen nebeneinander in das Fach, so dass der Schwerpunkt nahe am Rücken bleibt. Der Schlauch kann bequem durch eine kleine Öffnung zwischen Rückenteil und Haube nach außen geführt werden.  Ferner befindet sich an der oberen Seite eine kleine Klett-Schlaufe, an der sich der Schlüsselbund für schnellen Zugriff fixieren lässt. Dann muss man nach langen und anstrengenden Auf- und Abstiegen nicht mehr ewig nach dem Autoschlüssel kramen. Mit einer umlaufenden Schlaufe kann man das Innere des Rucksacks durch zuziehen sehr gut gegen Feuchtigkeit schützen, so dass nichts nass wird.

Tragekomfort und Kritik

Der Tragekomfort ist aus meiner Sicht eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für einen Rucksack. Ich habe den Warthog während einer 13 Stunden Gewalttour über die Klettersteige Seebebensteig und Taya-Kante getragen und bin eigentlich im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Obwohl der Rucksack offensichtlich erfolgreich auf Gewicht getrimmt wurde und in Summe nur etwa 750g wiegt bleibt der Tragekomfort keinesfalls auf der Strecke. Dazu tragen die gut gepolsterten Schulterriemen bei. An jedem der Schulterriemen befindet sich außerdem noch eine Schlaufe durch die man den Trinkschlauch fixieren oder mit einem Materialkarabiner Zeugs wie z.B. Fotoapparat hinhängen kann. In der Schnalle des Brustgurtes ist eine Signalpfeife integriert und der Bauchgurt ist bei Bedarf vollständig abnehmbar. Das lange Band des Bauchgurtes ist zurückschlaufbar, so dass man hier nirgends hängen bleibt. Das Rückenpolster ist etwas dünner als das meines Deuters aber für Tagestouren vollkommen ausreichend.

Kommen wir zum einzigen Kritikpunkt, den ich an dem Rucksack habe. Der Bauchgurt hätte zumindest an den Seiten gepolstert sein können. Dies würde den Tragekomfort erheblich erhöhen, da die Riemen mir nach einigen Stunden dann doch durch das T-Shirt die Seiten aufgerieben haben. Aber wir sprechen ja  hier von einem Kletter- und nicht von einem Wanderrucksack, so dass dieser Punkt in meinen Augen verschmerzbar ist.

Der Rucksack ist absolut tadellos verarbeitet. Bei keiner der Näht hat man den Eindruck, dass diese jemals aufreißen könnte. Alles wirkt wirklich liebevoll durchdacht und ausgeführt.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass Blue Ice sich trotz des minimalistischen Designs eine Menge kleiner Gimmicks hat einfallen lassen, die diesen Rucksack zu meinem neuen Lieblingsrucksack für Tagestouren machen.

Die Features im Überblick

+  Material: Unkaputtbares, schmutzabweisendes Codura
+ Leichtgewicht mit nur 750g
+ Keine überflüssigen Schlaufen
+ Helmspanner und Seilschlaufe
+ 3 Fächer für Zubehör, Kleinzeugs, Geldbörse, …
+ Aufgeräumtes Inneres mit Vorbereitung für Trinksystem
+ Hoher Tragekomfort

–  Bauchgurt nicht gepolstert

Zu beziehen für den fairen Preis von 79 € bei Bergfreunde.de

Text und Bild: Bastian

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Kategorie: Ausrüstung, News, Testberichte

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