Kletterdorf Webseitenvorstellung

| 30. April 2010 | Keine Kommentare

Vor Kurzem bin ich über das Kletterdorf gestolpert. Ich habe die Betreiber zum Kletterdorf befragt, welche Idee hinter Ihrer Webseite steckt. Stefan, alias Klette, hat sich die Zeit genommen meine Fragen zu beantworten.

Ich hatte mir vor kurzem überlegt, wie man das Verareden zum Klettern, zum Bouldern, oder zum Slacklinen auf meine Seite einbinden kann. Just in dem Moment bekam ich eine Mail von einem der Moderatoren vom Kletterdorf. Dabei ist mir dann aufgefallen, dass sie genau die Idee umgesetzt haben, die ich auch geplant hatte. Sie haben eine ziemlich grosse Community aufgebaut. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall. Hier jetzt das kleine Interview mit Klette, dem Betreiber des Dorfs.

Chris: Wie lange arbeitet ihr schon an dem Projekt Kletterdorf? War es immer schon ein Forum, oder wie hat es sich entwickelt?

Klette: Das Kletterdorf ist im Frühjahr 2005 entstanden und war damals aber nicht mehr als ein kleines Forum, gedacht als Plattform zum koordinieren von Klettertreffen. Die Motivation, welche mich dazu bewog, habe ich auch schon mal Marc in einem Interview auf dem Rokblog dagelegt; kurz gesagt, war der Hauptgrund, dass mir nach einem Umzug die Kletterpartner fehlten. Das Forum war damals lokal auf das Rhein-Main-Gebiet angelegt; doch ungeachtet dieser Tatsache gab es bald auch Anmeldungen aus anderen Teilen Deutschlands. Im November 2005 erfolgte der Umstieg auf ein neues CMS und damit auch die ersten neuen Funktionen, wie die Kletterpartnersuche nach bestimmten Kriterien.
Das Dorf wuchs über die Zeit langsam, aber stetig. Um Werbung habe ich mich nie bemüht – die Seite war reines Hobby und ich machte mir keine Illusionen, damit Geld zu verdienen.

Doch das Kletterdorf wäre niemals zu dem geworden, was es heute ist, wenn es sich nicht rund drei Jahre nach seiner Gründung ereignet hätte, dass eine kleine Schar unzufriedener, aber schreibwütiger Kletterer aus einem anderen Forum in das Kletterdorf gezogen wäre. Die Brücke in das Kletterdorf wurde damals von Marc, dem Schreiber des Rokblogs, geschlagen. Aus den neuen Bewohnern sind einige unserer aktivsten Nutzer geworden, manche sind engagierte Moderatoren. Mit deren Einzug ergaben sich aber auch noch ganz anderer Konsequenzen für das Dorf: Handelte es sich vorher um eine reine Plattform für das Finden von Kletterpartnern, wurde nun viel häufiger über alle möglichen Themen rund um das Klettern (oder auch nicht) diskutiert, was zur Folge hatte, dass das Kletterdorf umstrukturiert werden musste. All diese Veränderungen wären aber nicht möglich gewesen, wenn sich ein zweiter, glücklicher Zufall ergeben hätte: Unter den neuen Nutzern war nämlich auch Gereon Steffens. Gereon bot mir schnell seine Hilfe beim beseitigen von Fehlern und der Umstrukturierung an. Schnell zeigte sich, wie unentbehrlich seine Hilfe war: Gereon hat als gelernter Programmierer einfach wesentlich mehr auf den Kasten als ich *lol*

Obwohl Gereon und ich bis Ende letzten Jahres nur telefonischen Kontakt hatten, war er mir doch von Anfang so symphatisch, dass ich ihm schon nach kurzer Zeit die administrativen Rechte des Kletterdorfs anbot. Zum Glück für das Kletterdorf hat er angenommen und seitdem ging es mit der Entwicklung auch steil voran. Gereon kümmert sich nicht nur um die Beseitigung von Bugs, wie sie nun immer mal vorkommen können, sondern hat es sich auch zum Hobby gemacht, dass Kletterdorf mit vielen neuen Funktionen auszutatten. Gereon ist seitdem gleichberechtigter Partner.

Im Frühjahr 2008 ließen wir das Layout des Dorfs noch einmal verändern – seitdem steht das aktuelle Layout. Bezeichnend für das Verhältnis zu unseren Nutzern im Kletterdorf ist, dass das Layout auf den Entwurf einer unserer Nutzerinnen zurück geht.

Chris: Wohin soll es in Zukunft gehen?

Klette: Wie es mit der Entwicklung des Kletterdorfs voran geht, kann ich dir schwer sagen. Wir haben keinen Generalplan und die Weiterentwicklungen ergeben sich entweder, weil einer von uns (Gereon oder ich) oder aber einer unserer Nutzer eine Idee einbringt. Die Idee zur Routendatenbank ging z.B. auf Stefan zurück – (Stefan ist auch Moderator im Kletterdorf und auch sonst sehr engagiert, was das “Marketing” für das Kletterdorf betrifft).

Ich denke, bei allem was entsteht werden wir versuchen, dem Datenschutz gerecht zu werden und auch weiterhin auf Einnahmen durch Werbung zu verzichten (unsere Datenschutzrichtlinien findest du auf unserer Seite); dies funktioniert momentan ganz gut, da ich die relativ niedrigen Serverkosten gut stemmen kann und Gereon ein wirklich großartiges Engagement an den Tag legt, ohne dafür auch nur einen Cent zu verlangen. Die Idee, alle inaktiven Nutzer (Nutzer, deren letzter Login mehr als 365 Tage zurück liegt) zu löschen, geht auch auf eine Initiative unserer Mitglieder zurück.

Mich würde es sehr freuen, die persönliche Atmosphäre im Kletterdorf trotz Mitgliederzuwachs weiter erhalten zu können, denn sie ist es, was das Kletterdorf in meinen Augen auszeichnet: Viele der Mitglieder kennen sich persönlich und treffen sich auch regelmäßig im “echten” Leben; “Neue” werden in aller Regel freundlich aufgenommen.

Soviel zur Geschichte und zur Frage nach der Zukunft des Kletterdorfs.

Chris: Welche Vorzüge hat man von einer Registrierung? Nachdem ich mich registriert habe, war ich doch ziemlich überrascht von dem “Mehr”, dass ich geboten bekomme.

Klette: Durch eine Registrierung erhält der Nutzer Zugriff auf seine persönliche Seite im Kletterdorf und auf viele, weitere Funktionen. Die persönliche Seite oder das persönliche Profil ist vielen Internetnutzern in ähnlicher Form auch aus anderen sozialen Netzwerken wie facebook oder studivz bekannt: Der Nutzer hat hier die Möglichkeit, etwas über sich zu erzählen, Bilder oder Videos einzustellen; er hat ein eigenes Gästebuch, in dass sich anderer Mitglieder eintragen können. Zudem gibt es die Möglichkeit, einen Blog zu führen. Im Gegensatz zu facebook&Co ist der Kletterdorf-Nutzer jedoch nur über einen von ihm bestimmten Nutzernamen zu finden (und nicht nach dem echten Namen), außerdem dreht sich eben alles ums klettern, d.h. auf der persönlichen Seite können Angaben zum Kletterkönnen, den Vorlieben (Bouldern, Sportklettern, Alpin…), der eigenen Sicherungserfahrung, über die eigenen Lieblingsrouten, -boulder etc. gemacht werden.

Neben diesem persönlichen Bereich gibt es ein großes Forum, das ist der Platz, an dem die Kletterdorf-Nutzer sich am häufigsten austauschen. Dort werden alle möglichen Themen diskutiert, aber auch Verabredungen koordiniert.

Das Finden eines geeigneten Kletterpartners ist auch weiterhin eine tragende Säule des Kletterdorfs und dementsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten dazu:

Ob der Nutzer sich entscheidet, gezielt nach Kriterien wie z.B. dem “Kletterkönnen” zu suchen oder aber Anschluss über das Forum zu finden (dort verabreden sich viele lokale Gruppen, auf deren Foren erst nach der Registrierung Zugriff besteht), er bzw. sie vielleicht einen Kletterpartner für eine spezielle Halle sucht und sich dafür unserer Kletterhallensuche bedient (hierbei können Zeitfenster zu einer bestimmten Halle eingetragen bzw. Nutzer gesucht werden, die sich für ein bestimmtes Zeitfenster eingetragen haben) – die Möglichkeiten sind vielfältig. Auch wer bereits eine kleine Gruppe Gleichgesinnter hat und eine Möglichkeit sucht, Verabredungen gut koordinieren zu können, hat dazu die Möglichkeit, indem er durch die Funktion “Gründung einer privaten Gruppe” innerhalb des Kletterdorfs einen eigenen Bereich mit einem eigenen Forum, welches nur für Gruppenmitglieder zugängig ist, erhält.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Funktionen, wie bspw. eine Routendatenbank mit kleiner Ticklist-Funktion, einer informativen Erstseite, die Kletterfeeds interessanter Kletterblogs und -Seiten darstellt uvm.

Ich würde sagen, am einfachsten ist es, man versucht es einfach selbst herauszufinden: Die Registrierung ist einfach und kostenlos und sollte der Neunutzer vom Kletterdorf enttäuscht sein, kann er seinen Account jederzeit in einem einfachen Schritt vollständig selbst löschen. Dabei werden wirklich sämtliche Spuren, die er im Kletterdorf hinterlassen hat, gelöscht.

Chris: In welchem Teil Deutschlands wohnt ihr?

Klette: Gereon lebt in Köln, ich wohne zur Zeit in Mainz. Unsere Moderatoren verstreuen sich auf alle möglichen Orte.

Chris: Konzentriert sich euer “Dorf” auf eure Heimat, oder ist es zur Deutschlandweiten Metropole gewachsen?

Klette: Das Kletterdorf selbst konzentriert sich auf den deutschen Kletterraum, aber es gibt – wenn auch wenige – Anmeldungen aus Österreich und der Schweiz. Mittlerweile gibt es aus vielen Teilen Deutschlands aktive Kletterdorf-Nutzer.

Chris: Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast so ausführlich auf meine Fragen zu antworten.

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Kategorie: Kletterwelt, News, Slackline

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