Kochel – Deep Water Solo und Betonwand

| 13. Juli 2010 | 12 Kommentare

Am Sonntag waren wir in Kochel. Dort haben wir die Deep Water Solo´s probiert und sind anschliessend dann noch zur Betonwand gefahren.

Sonntag morgen sind wir früh aufgestanden und nach Kochel gefahren. Ich war bisher noch nicht dort zum Klettern. Aber gestern war es nun soweit. Da es wirklich sehr heiss war, haben wir uns entschieden ein Boot zu mieten und die Deep Water Solo´s zu versuchen. Nach einer guten halben Stunde Tretboot fahren kamen wir an den Felsen an. Ausser uns hatten auch noch ein paar andere die gleiche Idee. So musste man sich in den Booten absprechen, wer wann einsteigen kann.

Deep Water Solo

Patrick startete von uns als erster und konnte die Rechte Route fast bis zum Top klettern. Bei ca. 10 Metern war dann Schluss und er sprang ab. Später wechselte er auch noch in die anspruchsvollere, linke Tour. An der Schlüsselstelle, einem sehr weiten Zug nach rechts, bei dem man den Zielgriff nicht sieht, ist er dann gescheitert. Auch das erneute Nachgreifen hat nicht mehr gereicht. Selbst in den weiteren Versuchen kam er darüber nicht hinweg.

Muriel war die Zweite. Sie schaffte den Einstieg souverän. Nach einem Plateau ging es dann recht schwierig weiter und auch sie sprang ab. Leider müssen wir jetzt eine Gedenkminute einlegen. Muriel´s Brille ist beim Sturz ins Wasser verloren gegangen. Das Team von KletterFieber ist bestürzt (R.i.P.). Trotz Maulwurfsblindheit (sie sieht nichts ohne Brille) und daraus resultierenden Schwierigkeiten die Tritte zu finden, bzw. zu ertasten kam sie im nächsten Versuch weiter als zuvor.

Ich kam im ersten Versuch ungefähr so weit wie Muriel bei ihrem Ersten. Im Zweiten ging es noch ein bisschen weiter. Aber oben raus wird es schon ein bisschen härter. Dort stand ich nicht gut und konnte deshalb die Griffe nicht halten. Auf den Fotos hat man dann genau gesehen warum es nicht weiterging. Mein letzter Versuch ging dann ganze 2 Meter weit. Der abschüssige Fels ist vom reinspringen ganz nass geworden und ich bin sofort abgerutscht.

Romi tat sich ein bisschen schwerer. Ihr erster Versuch war so ähnlich wie mein letzter. Aber nachdem sie im zweiten Versuch ein paar Tipps erhalten hatte ging es für sie dann auch viel besser. Bis zum Plateau hat sie es super gemeistert, danach fand sie den Weg dann leider nicht mehr. Aber beim nächsten Mal gehts noch weiter.

Zufahrt

Der Bootsverleih in Kochel am See ist nicht gerade günsitg. Pro Stunde wollten Sie 9€ von uns haben. Insgesamt waren wir 3,5 Std unterwegs. Bis man zu den gegenüberliegenden Felsen kommt ist man eine gefühlte halbe Stunde unterwegs. Wir haben alle nicht auf die Uhr geschaut.

Schwierigkeiten

Ich würde sagen, die rechte Route beginnt mit einer 5 bis 6 und steigert sich dann zu einer 7 nach oben raus. Ganz oben wirds dann noch ein bisschen schwerer.

Die linke Route startet mit einer 7 und geht relativ schnell höher. Die Schlüsselstelle über die gestern keiner kam war sicher etwa im 8ten Grad.

Betonwand

Die Betonwand ist eine  der leichteren Wände in Kochel. Wegen des sehr warmen Wetters war das aber auch gut so. Wir haben so geschwitzt.

Zustieg

Der Zustieg geht sehr schnell. Vom Parkplatz aus ist man ca. 10 bis 15 Minuten unterwegs. Nach kurzer Zeit geht rechts ein Weg ab, über den man zu den Felsen kommt.

Routen

Die Routen an der Betonwand reichen von ca. 5 bis in den 8ten Grad. Die Hauptschwierigkeit liegt hier im 6ten Grad. Wenn man die Routen nicht kennt sind sie nicht wirklich einfach zu klettern. Bereits in einer Tour zwischen 5 und 6 musste ich mich ins Seil setzen um den super Henkel, der einen weiterbringt zu entdecken. Ansonsten kriegt man nur leicht speckiges, abschüssiges Gestein in die Finger. Da es ein kleiners Dach war hat das nicht wirklich geholfen. Ungefähr so ging es danach auch weiter. Ich habe mich die Routen schwitzend, fluchend und schnaufend hochgequält, war danach aber immer glücklich.

Patrick tat sich auch nicht ganz so leicht. Der Tiger hat ihn mehr gewaschen, als das er ihn gewaschen hätte. In der 7+ gibt es eine Stelle, die man so nicht erwartet und auch wieder mal nicht so richtig sieht. Bereits vor ihm tat sich ein Kletterer an genau der gleichen Stelle sehr schwer.

Während Muriel und Romi noch weiterkletterten sind Patrick und ich schon wieder abgestiegen um zum Abschluss nochmal in den See zu hüpfen.

Fazit

An Kochel muss man sich gewöhnen. Mir haben die Routen Spass gemacht, aber es war nicht wie sonst beim Klettern. Meiner Meinung nach hilft es in Kochel ungemein, wenn man die Routen kennt, oder zumindest von einem Kenner Tipps für die Stellen bekommt, an denen man nicht selbst sieht, wo es weitergeht.

Etwas seltsam war, dass sich auffällig viele Bohrhaken-Plättle bewegt und gedreht haben. Zum Teil konnte man die Muttern mit den Fingern ordentlich nachziehen. Patrick meinte nur “Wunder dich nicht. In Kochel bewegen sich die Haken. Bisher haben sie gehalten”.

Auf Anfrage von Elke habe ich auf Google Maps markiert wo ungefähr das DWS GEbiet ist. Die Linke Nadel ist die DWS-Wand, die rechte Nadel ist ca. beim Bootsverleih.


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Kategorie: Gebiete, Klettern

Kommentare (12)

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  1. DWS im Black Canyon : KletterFieber | 22. Januar 2011
  1. Servus Chris

    hört sich ja so an, als ob ihr viel Spaß hattet.
    Ich war auch noch nicht in Kochel.

    Man sieht sich
    Gruß Rainer

  2. elke sagt:

    hi
    suchen “verzweifelt” eine beschreibung oder führer/ buch wo man, wie man dws in kochel machen kann :) hattet ihr ein buch, weil der neue kletterführer ist noch nicht erschienen und das alte buch können wir nirgens auftreiben,
    ihr habt es nicht zufällig?
    viele viele grüße
    warten sehnsüchtig auf antwort

    • Hallo Elke.

      Einen Führer hatten wir keinen. Wir sind zum Bootsverleih und haben dort gefragt. Die kannten es zwar, aber denrichtigen weg hatten sie nicht. Ich bastle dir mal was mit google Maps zusammen und poste es dann hier. Wird vermutlich nächste Woche werden.
      Morgen klettern und Sonntag Highline (die erste)

      Grüße, Chris

  3. Hallo Elke.

    Ich habe die Karte bei Google Maps zusammengeklickt und im Artikel eingefügt.
    Man sieht auf den Bildern nicht ganz genau, wo sich die Felsen befinden. Aber wenn ihr in die Nähe kommt, dann seht ihr sie gleich.

    Grüsse,
    Chris.

  4. Florian Dold sagt:

    Hi klettere selber gerne und wuerde auch gern mal DWS
    probieren! Komme aus BW, waehres mir aber schon wert mal rueber
    zufahren. Oder kennst jemand einen Spot in BW? Wenn es heist: “Ich
    würde sagen, die rechte Route beginnt mit einer 5 bis 6 und
    steigert sich dann zu einer 7 nach oben raus.” sind die
    Schwierigkeitsgrade dann in UIAA angegeben? Gruesse, Flo

  5. Hi Flo.

    Ja, die Bewertung ist UIAA Skala. Ich habe gehört, dass im neusten Kochel Führer auch die Wand drin sein soll. Wenn du DAV Mitglied bist kannst du dir den ja sehr günstig ausleihen.

    Ein Ausflug hier nach Bayern lohnt sich auf jeden Fall. In Kochel gibt es direkt am See auch einen Campingplatz. Rund um Kochel gibt es sehr viele Klettereien. Eine 6 solltest du auf jeden Fall sicher klettern können, damit du hier richtig Spass hast. Ansonsten gibt es aber auch noch einige andere, zum Teil leichtere Gebiete in den Voralpen.

    Ciao, Chris

    • Florian Dold sagt:

      Hi Chris,
      danke für die schnelle Antwort!

      *freu*, hatte gehoft das es UIAA ist.
      In dem Fall wirds wohl kein Problem sein!
      Kletter so um die 7. Na dann gibts mal nen
      schönes Wochenende am Kochel!

      Grusse Flo

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