Scarpa’s Feroce im Test

| 15. Juni 2010 | 4 Kommentare

Ich habe vor ein paar Wochen meine bis dato aggressivsten Kletterschuhe bekommen. Die Scarpa Feroce. Ich hatte also bis jetzt genügend Zeit sie auf Herz und Nieren zu testen. Erstmal ein paar Facts zur nicht mehr ganz so neuen Wunderwaffe, der Firma Scarpa.

Der Feroce kam 2008 auf den Markt und ist eine Fusion aus dem älteren Spectro Schuh und den neueren Mago und Booster Schuhen. Ausgestattet ist der Feroce mit einer Vibram XS Grip 2 Sohle, welche am Fels einen guten Grip bringen soll. Der starke Downturn des Schuhs in Kombination mit einer nicht allzu starken Vorspannung, vereint zwei Welten: angenehmes Plaisir Klettern und bissige Sportkletterei in überhängenden Routen. So lässt sich in Überhängen, auch der kleinste Tritt gut ziehen. Die drei gegenläufigen Velcro Verschlüße sorgen für eine gute Anpassung an den Fuss, können einem vor allem in den Anfangstagen aber den letzten Nerv rauben, da man die Schuhe dann auch wieder möglichst schnell vom Fuss haben will. Die älteren Versionen des Feroce hatten an der Ferse zusätzliche Leisten angebracht, die das Heel Hooken erleichtern sollten. Erste Tests von nem Kumpel zwecks der besseren Funktionalität beim Hooken, fielen eher negativ aus. So hat Scarpa aufgrund von Beschwerde Mails wohl in den neueren Versionen, die Schuhe wieder klassisch, ohne strörende Leisten ausgestattet. Dank einer Wölbung unter dem Zehenbereich, sieht man sich nicht gezwungen, die Zehen gar so stark auf zu stellen, was dem Wohlbefinden stark entgegen kommt. Optisch gesehen macht der Feroce viel her. Mit dem knallig roten Look macht man am Fels auch einen guten Eindruck.

Eigener Test

Positiv

Nun war ich vor kurzem erst für 4 Tage im sonnigen Arco klettern und hatte natürlich auch meine neuen Schuhe mit dabei. Da die Temperaturen ein klettern in der Mittagszeit nur in Wassernähe ermöglichten, fiel die Wahl schließlich auf die Platten bei Torbole. Kurz gesagt: mein Schuh hielt was er verspricht. Downturn hin oder her, beim Plattenklettern ist man mit den Feroce garantiert auf der sicheren Seite. Geht es eher in die Vertikale glänzt der Schuh mit einer enormen Präzision auf den schmalsten Leisten und den kleinsten Löchern. Wird es noch steiler , so fällt die “Haftkraft” des Feroce, dank des Downturns auf.

Negativ

Was mir beim ersten Bouldern negativ aufgefallen ist, war das Heelhooken. Vielleicht lag es daran das ich den Schuh nicht ganz 100% perfekt zugeschnürt angezogen hatte, auf jedenfall zog sich der Schuh beim Heelhooken ein paarmal selbst von der Ferse. Das liegt wohl an dem Hohlraum zwischen Fuss und Schuh. Hätte der Schuh eine für Boulderschuhe typisch krasse Vorspannung, hätte ich hier wohl ein kleineres Problem, ein größeres aber im Bereich des Schmerzes ;-)

Fazit

Ein prima Allround Schuh, wobei Allround hier nicht heißen soll, dass es ein Anfänger Schuh ist. Ganz im Gegenteil: der Feroce ist klar im High End Bereich anzusiedeln, hat aber eine erstaunliche Bandbreite an zu bewerkstelligenden “Kletteraufgaben”.

Produktbild: Bergfreunde

Dieser Text enthält Werbelinks zu externen Anbietern!

Ähnliche Artikel

Tags: , , , ,

Kategorie: Ausrüstung, Kletterwelt, News, Slackline, Testberichte

Kommentare (4)

Trackback-URL | Kommentarfeed

  1. mouuu sagt:

    cooles bild! ;)

  2. alex sagt:

    mal ganz ehrlich, so wie ich in dem schuh drinstecke gibt es keine möglichkeit, dass es mir das teil von den füssen zieht.

  3. Stefan sagt:

    Der Test passt zu 100% auf meine Scarpa Booster. Heelhooken ist auch nicht dessen Stärke. Danke für den Artikel ;)

  4. Patrick sagt:

    @ alex:
    ja das kann bei dir gut stimmen. sei glücklich ;)
    also es ist ja nciht so das er ständig abrutscht, nur bei abschüssigen tritten, die man hookt, merkt man das luftpolster an der ferse.

Hinterlasse einen Kommentar

Outdoor-Ausrüstung für den Winter bei Bergfreunde.de